Flugsimulator für grosse Kinder
Desöfteren hört man ja, dass Piloten in den Simulator müssen. Aber was ist eigentlich genau damit gemeint?
Naja..heute will ich zumindest mal ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Die Simulatoren selbst werden von den Airlines einmal zur Umschulung auf einen neuen Flugzeugtyp benutzt (“Typerating”) und dann vor allem zum sogenannten “Recurrent-Training”. Also alles das, was man im echten Fliegerleben nie haben möchte, wofür man hier und da aber einfach mal ein bisschen üben muss.
Ich hatte neulich mal die Chance mir so ein Ding von aussen und innen ‘anzusehen’.
Dieser Simulator hier steht in Frankfurt und wird von der Lufthansa Flight Training für Schulungen von Piloten der Lufthansa Cargo betrieben, die diesen Flieger – eine McDonnell Douglas MD-11 – im Liniennetz einsetzen.
Neben dem Sim für die Cargo stehen hier aber auch noch eine Menge weiterer Simulatoren – insgesamt werden es wohl mehr als 12 Stück sein. Quasi ein riesiges Spielzeugparadies für große Kinder…
Naja..zurück zu unserem Simulator…
Das wirklich nette an dem Ding ist, dass sich die ganze Kiste auch noch bewegen kann und dadurch der Eindruck entsteht, man wäre am fliegen. Klar, dass gerade die Beschleunigung beim Start nur durch Neigung des Simulators nach hinten simuliert wird und daher nicht ganz echt ‘rüberkommt, aber es macht schon ne Menge Spass. Besonders witzig ist es dann, wenn man im Flug Turbulenzen einschaltet…
Von innen sieht das Ganze schon ein bisschen mehr nach einem Flugzeug aus. Im Eingangsbereich gibt’s ein paar Ablagemöglichkeiten und der Sitzplatz für den Ausbilder, der von dort aus den Simulator und die ganzen Einstellungen steuern kann.
Vor ist dann das eigentliche Cockpit, welches meistens aus Originalteilen des jeweiligen Fliegers zusammengebaut wurde. Die Rechner dort an Bord “glauben” also überwiegend, dass sie wirklich fliegen.
Anstelle der ca. 4cm dicken vrderen Fenster sind ganz normale Scheiben eingebaut, wo dahinter das Bild mit ein wenig Optik projeziert wird.
Das Bild wird durch drei Monitorähnliche Displays erzeugt, die auf dem Simulator sitzen. Mit Spiegeln und Linsen wird so dann das Bild auf eine Art Leinwand hinter den Scheiben geworfen. Natürlich ist die Grafik darauf optimiert, dass die beiden Piloten die optimale Sicht nach draussen haben – ohne Verzerrungen und Kanten. Das hat zur Folge, dass Fotos aus anderen Perspektiven dann manchmal etwas komisch aussehen.
Hier mal die Sicht vom rechten Platz aus nach vorne. Zu sehen ist die Startbahn 25R am Frankfurter Flughafen. Neben den für die Piloten wichtigen Markierungen der Roll- und Startbahnen sind auch die Bremsspuren der “gelandeten” Flugzeuge zu sehen.
Der Blick weiter nach rechts zum Terminal hinaus. Natürlich sind in der Simulation noch weitere Sachen als nur Gebäude und Landebahnen eingebaut: Weitere Fluzeuge rollen übers Vorfeld, auf den Autobahn sind stilistisch ein paar Autos unterwegs.
Die Detailtreue ist auf den Airports am größten. Sobald man ein wenig weiter weggeflogen ist, hat wahrscheinlich jeder MS-Flugsimulator eine bessere Grafik, aber diese Simulatoren hier sind ja auch weniger zum Sightseeing, als zum Trainieren gedacht. (Zumal das Wetter doch eh’ in den seltensten Fällen gut ist…das wär doch zu einfach
)
Hier die beiden Touchscreens für den Ausbilder, mit denen die komplette Simulation gesteuert wird. Dies reicht von setzen der Position am Boden oder in der Luft, von Wetterbedingungen (von Sonnenschein bis Gewitter mit Windscherungen ist alles dabei…) bis hin zu diversen komplexen Trainingsszenarien, die bereits eingespeichert sind.
Außerdem muss der Ausbilder neben der eigentlichen Simulatorsteuerung auch noch den Funk mit den Bodenfunkstellen oder die Kommunikation mit der Kabine simulieren – ein echter Multitaskingjob
Aber dazu ein anderes Mal mehr…
Um einen kleinen Eindruck zu bekommen, wie das ganze “in Bewegung” aussieht, noch ein kleines Video:
Schade, dass die Dinger so teuer sind. Also sowohl in der Anschaffung, als auch im Unterhalt. Ich glaube, das wär eines der coolsten Spielzeuge, die man als grosses Kind haben möchte…
Übrigens: Wenn ihr selbst auch mal einen “echten” Flugsimulator fliegen wollt, findet ihr hier eine Liste mit Flugsimlatoren in eurer Umgebung.








November 5th, 2009 at 17:31
[...] möchte ich Euch das hier nicht vorenthalten: Einen professionellen Trainingssimulator für eine McDonnel Douglas MD-11 kriegt man schließlich nicht so häufig zu sehen (ok, einer aus [...]
January 13th, 2010 at 18:43
[...] Montag im Flugsimulator in [...]
January 13th, 2010 at 18:46
[...] Montag im Flugsimulator in [...]
January 13th, 2010 at 20:11
[...] paar Eindrücke von einem Flugsimulator in [...]
January 13th, 2010 at 23:14
… echt geilomat!