Mrz 16 2012

Abgeflogen – und zwar so richtig

Nachdem der letzte Artikel mit dem Pilotensimulator ja wirklich gut ankam (an dieser Stelle vielen Dank fürs Teilen, liken und sharen!), möchte ich aus gegebenen Anlass noch weitere Möglichkeiten zeigen, wie man ein paar Einblicke ins Fliegerleben bekommen kann.

Ein Anlass ist, dass ich vor einiger Zeit ein Buch in meinem Briefkasten gefunden habe – mehr dazu aber später.

Der andere Anlass war ein Kommentar bei flightforum.ch, wo ein User über meinen Blog schrieb “Auch wieder nur so eine Website, wo das Leben des Piloten maßlos geschönt wird.

Ja hallo? Ich dachte, ich jammer’ schon genug rum, aber das muss sich dann wohl in der nächsten Zeit mal ändern! 😉

 

Also zurück zum Thema und zu dem ominösen Buch, was in meinem Briefkasten lag.  Es handelt sich um das recht neu erschienene Buch “Abgeflogen” von einem Author namens Aurel Levy.

Anders als im Pilotensimulator von vor ein paar Tagen handelt dieses Buch von der anderen Seite der Cockpittür, genau genommen von den Kolleginnen und Kollegen, die ihren täglichen Job als Flugbegleiter nachgehen.

 

Die Geschichte erzählt den manchmal ziemlich chaotischen Alltag des Flugbegleiters Horst-Herbert Henschel aka. “Topsi”, dem zu Beginn der Geschichte noch nicht klar ist, dass sich sein Leben innerhalb der kommenden 24 Stunden grundlegend verändern wird. Aktuell ist er bereits einige Zeit mit seiner Freundin Carola zusammen, die in ihm einen zukünftigen Staranwalt sieht. Daher heuerte Topsi bei den “German Imperial Airlines” an, um Zeit zu gewinnen, eben nicht langweiliger Jurist zu werden. Aber, was alles passiert, nachdem er sturzbetrunken durch den sibirischen Schnee in Novosibirsk läuft, kann auch er als erfahrener Weltreisekellner vorher nicht ahnen. Ganz davon zu schweigen, mit welchem Zufall er überhaupt an dieses Ende der Welt kommt…

Das schöne an dem Buch ist, dass es sowohl für Flieger, als auch für Nicht-Flieger geeignet ist: Es ist eine unterhaltsame und fiktive Geschichte, die aber auch ohne große Abwandlungen im “echten Fliegerleben” so geschehen kann. Die Personen werden echt lebensnah und realistisch dargestellt, dass ich beim Lesen immer wieder überlegt hatte, wer denn in echt hinter diesen fiktiven Person stecken könnte 😉

Wer jedoch ein Buch sucht, was den Fliegeralltag in allen Details wiedergibt, den muss ich klar enttäuschen. Das Buch ist eine extrem unterhaltsame Lektüre und ich hatte Mühe und Not das Buch zur Seite zu legen. Der Autor selbst ist Pilot, was man aufgrund der ganzen so real wirkenden Charaktere und Orten, wo die Geschichte spielt, deutlich merkt.

Falls ihr also ein schönes Geschenk für jemanden sucht der gerne Aviatik-Unterhaltung liest, ist das hier eine klare Empfehlung.

 

Weitere Informationen findet ihr direkt beim Avila Verlag, bestellen könnt ihr das Buch bei Amazon sowohl als Papierversion als auch als Kindle eBook.

Es gibt auch eine facebook-Seite, wo ihr direkt mit dem Autor in Kontakt treten könnt.



Mrz 12 2012

Traumberuf Pilot

Nicht nur für Kinder ist ja für viele Menschen der Pilotenberuf ein Traumjob. Auch diverse Airlines wie zum Beispiel Air Berlin und Lufthansa zeichnen ja den Piloten auch gerne in schicker Uniform, RayBan-Sonnnebrille und ein paar jungen, hübschen Stewardessen an der Seite…

Wollt ihr also auch mal in den Genuss kommen und echt detaillierte Einblicke in das spannende und aufregende Fliegerleben bekommen, ist hier eine kleine Anleitung. Quasi ein Pilotensimulator statt dröger Flugsimulatoren… 😉

1. Bleibe die ganze Nacht wach

2. Setze dich auf den unbequemsten Stuhl den du hast – in einem Schrank – und schaue auf ein zwei Meter breites Poster von einem Cockpit.

3. Lass zwei oder drei laute Staubsauger auf höchster Stufe laufen. Dabei die Staubsauger so platzieren, dass sie zwar außerhalb der Sichtweite, aber deutlich hörbar sind. Wenn ein Staubsauger ausfällt, benutze die entsprechende Restart-Checkliste.

4. Auf der Hälfte deines nächtlichen Simulatorfluges, lass eine grell leuchtende Taschenlampe für ca. zwei bis drei Stunden direkt in dein Gesicht scheinen, um den Sonnenaufgang bei Ostflügen zu simulieren.

5. Lass dir verkochtes Essen auf einem Tablett in der Mitte der Nacht servieren.

6. Von Zeit zu Zeit trinke etwas kalten Kaffee. Bitte deine Frau, die Schranktür regelmäßig zuzuschlagen.

7. Wenn du auf Toilette musst weil der Kaffee durchkommt, stelle dich für mindestens zehn Minuten vor deine Badezimmertür. Dabei das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagern, um es etwas erträglicher zu machen. Vergiss nicht, deine Mütze dabei zu tragen!

8. Verlasse den Schrank nach den festgelegten neun oder zehn Stunden, stelle deinen Rasensprenger an und stehe für 20 Minuten draußen in der Kälte, um auf den “Hotelbus” zu warten.

9. Gehe zusammen mit deinem Gepäck und dem Pilotenkoffer zu deinem Schlafzimmer. Warte vor der Tür bis deine Frau aufsteht, um die Zeit zu simulieren, die benötigt wird um dein Zimmer vom Roomservice herrichten zu lassen.

10. Wenn deine Ehepartnerin fragt, was zur Hölle du die ganze Nacht gemacht hast, antworte einfach “Ich habe die Faszination eines Nachtfluges zu romantischen Orten geübt” und falle tot ins Bett.

11. Liege für mehrere Stunden wach und hör eine Aufnahme von startenden und landenden Flugzeugen. Füge unregelmäßige Geräusche von einer Eismaschine, einem Aufzug und einem Saubsauger, der an deine Zimmertür schlägt, hinzu. Stelle den Fernseher im Nachbarzimmer auf höchste Lautstärke. Schlafe “entspannt” für drei Stunden, stehe danach wieder auf.

12. Nimm eine Dusche mit kaltem Wasser.

13. Zahle €20 für einen Bagel und einen Pott Kaffee.

14. Wenn du ein Purist bist, mache die oben genannten Punkte drei Nächte in Folge.

 

Viel Spaß beim Simulieren! 😉

(Und wenn Ihr noch mehr über das lustige Leben in der Luft lesen möchtet, kann ich Euch das Buch von einem Kollegen empfehlen. Ich habe “Abgeflogen” hier für EUch rezensiert.)