Mai 7 2012

Komisches Geschäftsmodell

Jeder, der irgendwo auf der Welt unterwegs ist, will natürlich neben den Sehenwürdigkeiten und Attraktionen eines Landes auch ein paar weitere Eindrücke bekommen, so auch die einheimische Küche.

Das was in meiner Heimat der Pickert, der Wurstebrei oder ein deftiger Eintopf ist, hat natürlich in fernen Landen auch ein entsprechendes Pendant, was mindestens genauso Kalorienhaltig (und natürlich lecker) ist.

Da ich ja mit meinem Job eher bewegungstechnisch eher in die Gruppe der Bürostuhlakrobaten gehöre, bringen diese kulinarischen Ausflüge vor allem eins: Gewichtszunahme. (Die Theorie, dass es auch an dem gelegentlichen Feierabendbier liegen könnte, kann ich einfach nicht glauben… 😉 ). Um dem zumindest ein wenig gegenzuwirken vertreibe ich mir die Zeit unterwegs mehr oder weniger regelmäßig mit Sport.

So war ich dann auch in Dakar unterwegs. Bei gemütlichen 25 Grad begab ich mich auf die Straße, die am Wasser langlief und liess mich mit Musik vom iPhone bedudeln. Was in Dakar echt interessant ist: Man ist beim Sport nie alleine: egal zu welcher Uhrzeit sind eine Menge Einheimischer am Strand und betätigen sich auch sportlich.

So weit so gut.

Das einzige Problem ist: Wie schon von meinem Bloggerkollegen Daniel beschrieben, ist man selbst in Afrika der Schwarze Mann. Was ist damit gemeint? Ganz einfach: Stellt euch vor ihr wohnt – wie ich – in einem ländlichen Dorf und im Ortskern läuft eine Person aus Afrika inmitten aller anderen Menschen durch die Masse. Er wird euch sofort ins Auge fallen. Genau derselbe Effekt ist eben umgekehrt, wenn man als Europäer nach Afrika kommt: man fällt auf wie ein bunter Hund.

Egal, wo man in Dakar ist, wird man sehr schnell von Straßenverkäufern umzingelt, die einem Telefonkarten, Klamotten, Schuhe, Souvenirs, etc. verkaufen wollen. Lehnt man ab, wird man so lange verfolgt, bis man doch was gekauft hat oder der Verkäufer einen anderen (meistens weissen Menschen) gefunden hat, den er seine Sachen anbieten kann…

Naja, dachte ich mir, das wird am Strand, wo 99% Einheimische unterwegs sind, wohl kein Problem sein. Zumal ich an der Straße langlaufe, Sportklamotten anhabe und dabei mit Stöpseln im Ohr Musik höre.

Weit gefehlt. Keine 800m nach meinem Start am Hotel winkt der erste Einheimische mir zu, als würde gerade die Welt untergehen und er unbedingt Hilfe braucht. Also Kopfhörer aus dem Ohr gezogen und zu ihm gelaufen. Dort angekommen lächelt er mich mit einem breiten Perla-Dent-Bleaching-Lächeln an und fragt “Do you want to buy this nice elephant? hand-made and gooooood quality! Special price for you, my friend…“. – “What?!“. Mir fiel echt nichts dazu ein. Als ob ich als Jogger irgendein Interesse an Souvenir-Shopping hätte, noch den Platz den eher kitschigen Elefanten ins Hotel zu transportieren.

Ich lief ein wenig entnervt weiter, im Gedanken meinen ohnehin schon schlechten Geschwindigkeitsschnitt noch weiter versaut zu haben. “Wird sich wohl hier einfach nur verlaufen haben, der Typ…” dachte ich mir insgeheim und lief trottete weiter. Aber weit gefehlt: der nächste Verkäufer liess nicht lange auf sich warten (diesmal: Telefonkarten). Aber gekonnt ignorierte ich ihn und setzte meinen Weg fort.

Die Frage, die mir nur die ganze Zeit stelle: die Einheimischen kaufen wahrscheinlich eher keine Souvenirs. Warum stehen die da? Ist das einfach Zeitvertreib oder haben die tatsächlich “Absatz”?

Ich werde es wohl nie herausfinden…


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