Eigentlich hatte ich ja beim letzten Mal schon gehofft, dass diese Geschichte endlich mal ein Ende nimmt, aber irgendwie kann ich immer noch einen draufsetzen.
Daher zur Zusammenfassung nochmal die einzelnen Kapitel:
Teil 1: Ich war unterwegs im Namen des Herrns, erm…der Firma. Dort wurde ich krank und bin zum Arzt gegangen. So weit so schlecht. Dann bin ich daheim sicherheitshalber nochmal zu meiner Hausärztin gegangen, die mich melden musste, weil ich in einem (oder mehreren Ländern) war, welches eine H1N1-Risikoland ist.
Ergebnis: Ich sollte Heim-Quarantäne machen, bis der Test auf Schweinegrippe negativ ist. Einziges Problem: Ich hatte nur Husten. Kein Fieber, keine Kopfschmerzen oder irgendwelche anderen Grippesymtpome.
Teil 2: Das Gesundheitsamt hat – meiner Meinung nach – ein wenig übertrieben und das Labor brauchte für die Diagnose nochmal extra Zeit. Begleitet wurde das ganze von Sachen, über die man sich eigentlich nur noch totlachen kann.
Teil 3: Die Rechnung meiner Hausärztin. Für Nicht-Mediziner sehr lustig formuliert…
An dieser Stelle möchte ich aber nochmal anmerken, dass meine Hausärztin wirklich klasse ist. Ich habe jedes mal das Gefühl, mehr als gut behandelt zu werden, sie ist professionell und würde wirklich nichts auf sie kommen lassen!
Immerhin dachte ich, die Geschichte wär’ nun endlich vorbei. Aber es sollte noch besser kommen…
Die Tage bekam ich dann Post von dem Labor, welches die Speichelproben untersuchen und feststellen sollten ob ich dann auch wirklich keine Schweinegrippe habe.
Der Inhalt: Eine Rechnung

Der Diagnosespass soll 230 Euro kosten?!
Ich bin dann gleich zu meiner Hausärztin gefahren. Als ich in die Praxis reinging, empfing mich die Dame hinter dem Tresen schon mit einem breiten Grinsen. Ich zeigte ihr die Rechnung und sie war wirklich sehr überrascht, wie teuer eine solche Diagnose ist.
Meine Hausärztin erklärte mir darauf, dass es wohl ein Test ist, mit dem wirklich die allergeringsten Spuren von den H1N1-Erregern genetisch festgestellt werden können. Deswegen ist der sehr aufwendig und entsprechend teuer.
Da ich diesen Test nicht machen wollte und ich auch keine Symptome einer Influenza hatte, dachte ich mir, man könnte es ja zumindest versuchen, indem ich bei dem Labor mal anrufe und nachfrage, warum das Gesundheitsamt das nicht bezahlt. Naja..da war nur ein wirklich unfreundlicher Mitarbeiter am Telefon, der mir nochmal unmißverständlich klarmachte, dass ich das zu zahlen habe. Dankeschön für die freundliche Antwort…
Also nochmal beim Gesundheitsamt angerufen. Mein Lieblingsansprechpartner (Doktor weissnichtwas) war leider im Urlaub, sodass ich mit der Sekretärin gesprochen habe. Sie war zur Abwechslung wirklich nett, freundlich und wir haben gut über das Thema sprechen können. Aber: Ich (bzw. meine Krankenkasse) muss diese unfreiwillige Untersuchung zahlen.
Also hat mich dieser ganze Spass über 300 Euro gekostet. Und das nur, weil ich freiwillig nochmal zum Arzt gegangen bin, weil ich dem senegalesischen Arzt und seiner Diagnose nicht über den Weg getraut habe…
Was bedeutet das nun?
Jedes Mal, wenn ich beruflich (also nichtmal freiwillig) in einem Land war, welches nach Ansicht vom Gesundheitsamt (und entsprechend dem Robert Koch Institut) ein Schweinegrippen-Risikoland ist, bin ich beim nächsten Arztbesuch erstmal pauschal ein Verdachtsfall und muss wieder diesen Test für über 230 Euro machen. Natürlich auch wieder mit Heimquarantäne, usw.
Da überlegt man sich doch schonmal, ob man überhaupt noch zum Arzt geht und/oder ob man sagt, wo man alles gewesen ist.
Das hat natürlich zur Konsquenz, dass man bei einer echten Infektion erstmal fleissig andere Menschen ansteckt und die Ausbreitung der Krankheit nur noch fördert.
Das Beste kommt noch: Seit kurzem ist Spanien auch ein Risikogebiet. Ich wünsche den Gesundheitsämtern, Laboren und Hausärzten jetzt schon viel Spaß, wenn alle Mallorca-, Kanaren- und Südspanienurlauber nach dem Urlaub zum Arzt gehen…