Feb 6 2011

Auszeit für einen Tag

Wie neulich schon erwähnt gibt es im Moment mehr als genug zu tun und so sehnt sich der eine oder andere ja schonmal nach einer kleinen entspannenden Auszeit. Im Sommerurlaub war ich ja mit Alex zusammen in Kanada, um dort (unter anderem) im Algonquin National Park nur mit jeweils einem großen Trekkingrucksack durch die Wildnis zu wandern und entsprechend in dieser für vier Tage zu “überleben”. Ein genauerer Bericht wird noch folgen, aber ich kann vorab schonmal sagen, dass es (für mich wieder) eine tolle Zeit war in der man richtig gut vom Stress im Alltag abschalten konnte.

Als es neulich mal wieder von der Arbeit aus für zweieinhalb Tage nach Toronto ging, konnte ich dann nochmal in den Genuss einer solchen Mini-Auszeit kommen: Zwar besuche ich in der Zeit da drüben immer meine Verwandtschaft, aber dieses Mal sollte es ein Kurzbesuch werden, da ich mich im Algonquin Park mit einer Verwandten aus Deutschland und ihrer Freundin zum wandern treffen wollte. Sie waren gerade auf einer kleinen Rundreise in Kanada unterwegs und konnten ihre Route dankenswerterweise so legen, dass wir uns treffen konnten.

Nach einer ca. 3,5-stündigen Fahrt kam ich dann am Algonquin Park an, um mich mit den beiden zu treffen. Als Unterkunft hatten sie bereits ein Hostel ausgesucht und gebucht, welches direkt vor den Toren des Parks lag und trotzdem preislich durchaus bezahlbar war.

Sieht klein von aussen aus, von innen aber sehr geräumig.

Es handelte sich um die “Wolf Den Bunkhouse n’ Cabins“, laut eigenen Angaben wohl das einzige Hostel im südlichen Bereich des Parks. Es gibt dort Zimmer in verschiedenen Größen, eine toll ausgestattete Küche und sehr gemütlichen Aufenthaltsräumen auch noch ein Lagerfeuerplatz

Nach unserer Ankunft beschlossen wir, noch für kurze Zeit in den Park zu fahren, um zumindest eine oder zwei kurze Wanderwege zu Aussichtspunkten zu machen. Als erstes fuhren wir zum “Hardwood Lookout Trail” und wanderten den kurzen Weg zum Aussichtspunkt, wo sich schon die erste schöne Aussicht bot.

Kurzer Weg, kleine Aussicht. Trotzdem sehr schön 😉

Da noch etwas Zeit vorhanden war, beschlossen wir auch noch einen zweiten Trail mit Aussichtspunkt weiter im inneren des Parks zu bewandern. So fuhren wir die Parkstraße einige Kilometer weiter bis zum “Lookout Trail“, der mit einer Länge von knapp zwei Kilometern schon etwas länger war als der erste. Durch die untergehende Sonne war dies wohl nochmal ein echtes Highlight:

Sonnenuntergang - natürlich mit fotografierenden Japanern...

Nachdem die Sonne untergegangen war, machten wir uns jedoch schnell auf dem Weg zurück zum Auto, damit wir nicht in die eher unschöne Situation kommen, bei Dunkelheit durch den Park zu wandern – wir hatten ja schliesslich keinerlei Ausrüstung mit dabei und wollten nicht unbedingt die vielfältige Tierwelt bei Nacht kennenlernen… 😉

Am nächsten Tag begannen wir erstmal mit einem gemütlichen Frühstück und machten uns danach auf, den “Mizzy Lake Trail” zu wandern. Er ist insgesamnt 11 km lang und sollte laut Angaben des Parks mehr als fünf Stunden dauern. Da uns aber schon am Vortag aufgefallen war, dass die vom Park angegebenen Zeiten eher die Geschwindigkeit eines durchschnittlichen Rentnerehepaares entsprachen, machten wir uns keine Sorgen, auch diesen Trail deutlich unter der angegebenen Zeit zu schaffen… 😉

Das schöne an den Trails in diesem Park ist nicht nur, dass man eine tolle Landschaft und Natur bewundern kann, sondern wurden auch von der Parkverwaltung an einigen Stellen Informationsschilder und Erklärungen aufgestellt, damit man – wenn man dann will – auch noch so einiges dazu lernen kann.

Einer der vielen Seen auf unserem Weg.

So bekamen wir auf unserem Weg schöne Eindrücke und hatten dazu noch eine schöne Wanderung. Hin und wieder trafen wir auch auf andere Wanderer, was an sich soweit in Ordnung war. Jedoch war eine dieser Gruppen eine größere Anzahl von Rentnern, die scheinbar einen Ausflug in den Park gemacht haben. Nicht nur, dass sie mit ihrem Krach so wirklich alles vertrieben, was sich in einem Umkreis von einem Kilometer befand…ich hatte am Morgen den fatalen Fehler gemacht und ein T-Shirt mit deutschen Aufdruck angezogen. Und so dauerte es nicht lange, bis die ersten anfingen, uns auf Deutsch anzuquatschen, wo wir denn herkämen, wo sie mal herkamen, blabla..und so weiter… 😉

Als wir dann recht schnellen Schrittes die Flucht nach vorne angetreten hatten, wurde es aber wieder ruhig. Die Hoffnung war nämlich, dass wir noch ein paar Elche zu Gesicht bekommen, die in dieser Gegend des Parks recht häufig vorkamen. Jedoch wurde daraus leider nichts.

Dafür bekamen wir alle möglichen anderen Tiere zu sehen, wie zum Beispiel diesen kleinen Waldbewohner:

Da hat er mal kurz stillgehalten... 😉

Alles in allem war es eine schöne Tour und eine tolle Möglichkeit, mal den Großstadtdschungel hinter sich zu lassen. Beim nächsten Mal werde ich dann bloß dasselbe mal auf dem Wasser ausprobieren…ist mit Sicherheit auch nicht schlecht 😉



Sep 2 2009

Tag 4 auf dem West Coast Trail

“Nature at its best!”

Cribbs Creek zu den Tsusiat Falls

Startzeit: 08:30

Tagesdistanz: 15km

Benötigte Zeit: 10h

Ich wache auf und es ist kurz nach 7 Uhr am morgen. Warum zum Teufel werde ich nicht zu Hause so einfach und schnell wach, wenn ich früh aufstehen muss?! Wahrscheinlich liegt es wohl daran, dass bei mir zu Hause keine Nachbarn 3m weiter in einem Zelt wohnen, weiblich sind und Frühstück machen, während ich noch am schlafen bin. Und außerdem ist es auch mit offenen Fenster zur Straße nicht so laut, wie die Nächte hier direkt am Strand mit den doch sehr großen (und somit lauten) Wellen im Pazifik. Continue reading



Aug 20 2009

Tag 3 auf dem West Coast Trail

“Go for gold…erm…burger!”

Cullite Creek zum Cribbs Creek

Startzeit: 08:00

Tagesdistanz: 16km

Benötigte Zeit: 10h

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Kein Wunder. Nur, dass Steine dann am Morgen wohl nicht so einen Muskelkater haben, wie ich gerade. Immerhin waren es vor allem nur die Oberschenkel, die gut zu spüren waren – die Leitern von gestern haben ihre Spuren hinterlassen.

Aber es ist eigentlich sehr beruhigend, wenn man dann sieht, dass man mit solchen Problemen nicht alleine dasteht. Geteiltes Leid, halbes Leid und in der Gruppe macht Muskelkater dann doch noch mehr Spaß! 😉

Schon beim Aufwachen wunderte ich mich ein wenig, warum zwischen dem Innenzelt und dem Außenzelt soviele Wassertropfen zu sehen waren. Der Grund war einfach: Durch den sehr starken und dichten Seenebel, der am Vorabend anfing reinzuziehen, hat sich das Wasser an allen Bäumen, Sträuchern, etc. niedergeschlagen und hat dann innerhalb des Waldes zu einem leichten, aber dauerhaften Tröpfelregen geführt. Aha, das ist dann dieser gemäßigte Regenwald von dem immer alle reden… Continue reading



Aug 13 2009

Tag 2 auf dem West Coast Trail

“Geht es noch schlimmer…?!”

Thrashers Cove zum Cullite Creek

Startzeit: 08:15

Tagesdistanz: 12km

Benötigte Zeit: 10h

Man kann nicht gerade sagen, dass einem das Aufstehen an diesem Morgen leicht fiel. Und dabei ist es gar nicht mal das aufwachen selbst, sondern eher wirklich das sich-vom-Boden-erheben. Sehr faszinierend. Wusste garnicht, dass ich so viele verschiedene Muskeln habe, die alle irgendwie wehtun können. Dabei beschränkte sich das nichtmal auf die Oberschenkel (Steigungen, Hänge), sondern auch auf den Rücken (20-Kilo-Rucksack) oder Arme (Stöcke zum Abstützen). Aber etwas dran ändern konnte man nicht und ausserdem standen heute lange 12km Distanz vor uns. Continue reading



Aug 9 2009

Tag 1 auf dem West Coast Trail

“Aller Anfang ist schwer?!”

Trailhead Port Renfrew zur Thrashers Cove Campsite

Startzeit: 11:30

Tagesdistanz: 5km

Benötigte Zeit: 5h

Nachdem wir die Fähre zum Startpunkt des Trail genommen hatten, musste natürlich erstmal unser Trail-Start dokumentiert werden.

Unsere Gruppe – noch sauber und voller Energie…

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Jul 29 2009

Anreise nach Port Renfrew

Endlich ging es los!

Obwohl wir alle recht früh in unserer Unterkunft in Victoria aufstehen mussten, fiel es so wirklich niemanden schwer, für diesen Tag aus dem Bett zu springen.

Passenderweise war der Abfahrtort für den West Coast Trail Express nur ca. 200m von unserem Hotel entfernt, so dass wir passend zur Abfahrtszeit um 06:30 Uhr uns dort eingefunden haben. Mit uns warteten auch noch ein paar andere Hiker, die auch an diesem Tag in das zwei Stunden entfernte Port Renfrew, einem der Startpunkte des West Coast Trails, fahren wollten.

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Jul 21 2009

Die Anreise nach Victoria

Da ja jede Reise normalerweile an der eigenen Haustür beginnt, möchte ich auch da anfangen.
Eigentlich hatte ich ja die Idee, meine ganzen Klamotten, die für die Tour benötigt werden – inklusive Rucksack in meinen großen Koffer zu packen, um damit halbwegs komfortabel zu reisen. Aber leider musste ich am Vorabend feststellen, dass diese Idee so garnicht aufging… 🙁 Continue reading



Jul 17 2009

Ich bin dann mal weg…

Nach einigen Vorbereitungen ist es nun soweit: Morgen früh geht mein Flug über Toronto nach Victoria, British Columbia in Kanada.

Dort werde ich dann mit drei weiteren Freunden den West Coast Trail wandern. 75km durch die kanadische Wildnis. Nur mit Rucksack und so.

Ich habe echt Respekt vor der Tour, freue mich aber riesig und werde natürlich auch ein paar Fotos hier posten.

rucksack

Also in diesem Sinne: Ich bin dann mal weg!



Jun 10 2009

Interessante Strudel

Nach einer doch recht langen Postinglosen Zeit möchte ich euch heute doch mal wieder was zeigen:

Meeresstrudel

Sorry, dass das Foto eine so schlechte Qualität hat!

Dieses Foto ist auf einem Flug von Chicago nach Frankfurt entstanden, ca. eine viertel Stunde hinter Gander, kurz hinter der kanadischen Küste bei Neufundland. Die kleinen, weissen Punkte sind Eisschollen mit einer Größe von ca. 100-200m.

Kann mir irgendwer sagen, ob sich das Meer immer so lustige Strudel hat oder ist das was besonderes?